Willkommen
Wer bin ich?
 LKGS - was ist das?
ambulant & stationär
Dauergast der HNO
1976
1977
1978
1979
1980
1985
1988
1989
Begrifflichkeiten
Der SBA
LKGS.net
WRG
Literatur
LKGS-Links
Kontakt
Impressum
Gästebuch
     
 


Krankengeschichte

stationäre Aufnahme: 20.03.1980, Entlassung: 29.03.1980

Diagnose: Sog. Spaltnase mit erheblicher Deformation rechts. Breite korrekturbedürftige Narben im Bereich des rechten Lippenrotes mit Verkürzung. Zustand nach Lippen-Kiefer-Spaltplastik alio loco.

Therapie: Totale Reoperation Lippe-Nase rechts mit Eröffnung des vorderen Nachsenlochwinkels nach Straith, Rekonstruktion der Nasenspitze durch doppelte Nasenflügelknorpeltransplantation. Kürzung des rechten Nasenflügels, Adaption des fehlpositionierten Nasenflügelansatzes, Narbenexzision der rechten Oberlippe und Lippenplastik nach Randall.

Anamnese: FA, EA siehe Krankenblätter

Zwischen-A.: stumm

Spez. A.: Das Kind wird zur kosmetisch-chirurgischen Behandlung der Nase und Oberlippe zur stationären Aufnahme gebracht.

Befunde

1. Allgemeinbefund: siehe Krankenblätter

2. Spezieller Befund: Zustand nach Lippen-Kiefer-Gaumenspaltplastik alio loco. Spaltnase mit erheblicher Derformation nach rechts. Breite korrekturbedürftige Narben im Bereich des rechten Lippenrotes mit Verkürzung der Oberlippe.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Operationsbericht 21.03.1980

Diagnose: sogenannte Spaltnase mit erheblicher Deformation rechts. breite Korrekturbedürftige Narben im Bereich des rechten Lippenrotes mit Verkürzung. Zustand nach Lippen-Kiefer-Spaltplastik alio loco.

Therapie: Totale Reoperation Lippe-Nase rechts mit Eröffnung des vorderen Nasenlochwinkels nach Straith, Rekonstruktion der Nasenspitze durch doppelte Nasenflügelknorpeltransplantation. Kürzung des rechten Nasenflügels, Adaption des fehlpositionierten Nasenflügelansatzes, Narbenexzision der rechten Oberlippe und Lippenplastik nach Randall.

Markierung der späteren Schnittführung im Bereich des vorderen Nasenloch-winkels durch Bildung eines an der Basis 4 mm hohen triangelförmigen Hautläppchens. Markierung der Schnittführung im Bereich des rechten Nasen- flügelrandes und rechts retrocolumellar. Methylen-Blau-Einzeichnung der Schnitt-führung in Anlehnung nach Randall im Bereich der rechten Oberlippe. Das Kind erhält entsprechend seinem Gewicht 10 ml Reparil i.v. - Leitungsanäthesie im Bereich des Foramen infraorbitale rechts. Flächenhafte Lokalanästhesie der gesamten rechten Oberlippe. Kleine Lokalanästhesie im Bereich des Nasenflügelansatzes, des Nasenflügels, der Nasenspitze und der Columella rechts. Ausstopfen des Nasenganges mit Cocain-getränkter Gaze zur Anästhesie der Nasenschleimhaut.

Schnittführung mit dem Stichmesser im Bereich des vorderen Nasenlochwinkels rechts, der durch Bildung des medial gestielten triangelförmigen Läppchens in der Technik nach Straith um 4 mm nach cranial verlagert wird. Armierung des Läppchens. Verlängerung der Schnittführung im Sinne eines Nasenlochrandschnittes nach lateral und medial rechts retrocolumellar. Aufsuchen des Crus mediale des Flügelknorpels, das komplett herauspräpariert und bis über das Knie freigelegt wird. Bei dem Versuch der Hochstauchung zeigt sich, dass die links- und rechtsseitige Nasenspitze erheblich und diagonal voneinander abweichen. Aus diesem Grund wird die gesamte Vorderkante des Crus laterale des Flügelknorpels der rechten Seite ebenfalls freipräpariert.

Das Crus laterale wird in sich im sagittalen Bereich in der Mitte gespalten. Nunmehr wird das Knie des Flügelknorpels der linken Seite vom rechtsseitigen Nasenlochrandschnitt aus aufgesucht und mit einer monofilen Drahtnaht gefasst. Mit dieser Drahtnaht wird das untere Ende des Crus mediale des rechten Flügelknorpels hochgestaucht und an die Nasenspitze der Gegenseite adaptiert. Der medial gestielte Knorpelanteil des Crus laterale des rechtsseitigen Flügelknorpels wird um 180° in Richtung auf die Nasenspitze geschwenkt und hier in die Weichteile eingestaucht. Auf diese Weise gelingt es, die Eigenspannung des relativ schwachen Knorpels zur Betonung der rechtsseitigen Nasenspitze so auszunutzen, dass eine weitgehend homogene Nasenspitze für beide Seiten resultiert.

Durch die vorbeschriebene gestielte Knorpeltransplantation wurde gleichermaßen die gewünschte Reduzierung des weit nach frontal und caudal verspringenden Nasenflügels der rechten Seite erreicht. Die Reduktion im Hautbereich erfolgt durch Exzision von einem 3 mm breiten cranialen und einem 4 mm caudalen Streifen. Nach Blutstillung werden die Wundränder mit 7 x 0 Ethilon-Einzelknopf- nähten bis zur Nasenspitze adaptiert. Auf diese Weise gelingt es, die Nasenflügelkante der rechten Seite symmetrisch zur Gegenseite zu gestalten.

Im Bereich des ehemaligen tiefstehenden vorderen Nasenlochwinkels rechts erfolgt zur Einlagerung des vorbeschriebenen medial gestielten Hautdreiecks ein kräftiger Einschnitt der die Nasenhaut im Nasenspitzenbereich nach cranial verlagert. In den entstehenden dreieckförmigen Defekt wird zur vollständigen Epithelisierung der Naseninnenhaut das vorbeschriebene Läppchen eingelagert. Die Wundränder werden im Abstand von jeweils 1 mm mit 7 x 0 Ethilon-Einzelknopfnähten atraumatisch in Lupentechnik vereinigt. Auf diese Weise kann der rechtsseitige vordere Nasenlochwinkel symmetrisch zur Gegenseite gestaltet werden.

Mit dem Stichmesser wird in kastenförmiger Präpariertechnik entlang den Methylen-Blau-Markierungslinien die gesamte rechte Oberlippe aufgetrennt. Das narbige Gewebe wird in toto ausgeschnitten und verworfen. Zur Anhebung der primär zu langen rechten Lippenseite wird subnasal rechts ein 4 mm hoher Keil entnommen. In Verlängerung des Nasenflügelansatzes wird ein Nasenschwellenläppchen in der Technik nach Tjebbes gebildet und in eine dafür geschaffene retrocolumellare Inzision rechts eingelagertl. Anhebung der rechten überlangen Oberlippe mit Schließung des subnasalen Keiles. Mobilisation des gesamten rechten Nasenflügelansatzes und Adaption symmetrisch zur Gegenseite mit ganz leichter Überkorrektur an den subcolumellaren Bereich mit einer kräftigen Chrom-Catgut-Naht.

Adaption der Wundränder im subcutanen Bereich mit Wiederherstellung des Ringmuskels durch versenkte kräftige Chrom-Catgut-Nähte. Unter externer Wiederherstellung der Lippenrot-weißgrenze erfolgt die Adaption der Wundränder im Hautbereich mit Einlagerung eines rechts lateral gestielten Miniaturläppchens in Anlehnung an die Technik nach Randall mit 7 x 0 Ethilon-Einzelknopfnähten atraumatisch in Lupentechnik. Im Lippenrotbereich wird zur Beseitigung des Whistling-Defektes ein rechts lateral gestieltes Schleimhautmuskelläppchen in ein neugeschaffenes Bettchen im medialen Bereich so eingelagert, dass ein harmonischer Verlauf des Lippenrotes der linken Seite resultiert.

Insgesamt zickzackförmige Verschachtelung der Nähte im Lippenrotbereich zur Vermeidung der Narbenschrumpfung. Ein Schleimhautüberschuß im Mundvorhofbereich wird durch keilförmige Exzision beseitigt. Adaption der Wundränder im Bereich der Mucosa mit 5 x 0 Subolene-Einzelknopfnähten atraumatisch.

Einführen eines vaselinierten kräftigen Tupfers in das rechte Nasenlumen zur Adaption der separierten extranasalen und intranasalen Hautschichten des Nasenflügels rechts in der gewünschten Position. Jodierung der Wunden.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Schreiben an meinen Kinderarzt 10.04.1980

Sehr geehrter Herr Kollege,

freundlichen Dank für die Einweisung der o.g. Patientin zur Korrektur des Nasensteges, sowie einer plastischen Lippenkorrektur.

Bei der klinischen Aufnahmeuntersuchung sahen wir ein 9-jähriges Mädchen in gutem Allgemeinzustand nach beidseitiger Lippen-Kiefer-Gaumenspalte. Am Stamm sowie der behaarten Kopfhaut fanden sich bis münzgroße Psosiarisherde. Die Inspektion des Ohres zeigt rechtsseitig einen eitrigen Ausfluß, linksseitig Zustand nach Einlegung eines Paukenröhrchens. Bis auf eine diskrete Struma diffusa ansonsten unauffälliger körperlicher Untersuchungsbefund.

Therapie: Am 21.03.1980 wurde in der hiesigen Abteilung ZMK die o.g. Operation durchgeführt. Gleichzeigtig erfolgte eine Inspektion des Ohres in Narkose durch die hiesige Abteilung HNO. Diesbezüglich ist Ihnen der Befund zugegangen.

Der postoperative Verlauf war komplikationslos. Sämtliche laborchemischen Untersuchungen einschließlich der quantitativen Bestimmung der Schilddrüsenhormonwerte sowie TSH zeigten Normalbefunde. Am 29.03.1980 entließen wir Bettina in Ihre weitere hausärztliche Betreuung.

Eine Therapie der z.Z. noch sehr kleinen Struma erscheint momentan nicht angezeigt.

Verlauf:

20.03.1980 stationäre Aufnahme, Krankengeschichte, Anamnese

21.03.1980 OP (siehe OP-Bericht). 19.00 Uhr große Wundkontrolle und Säuberung, Beratung der Eltern, Kind hellwach, schmerzfrei

22.03.1980 gründliche Wundsäuberung, H2O2 Jodierung, vorzeitiger Wechsel der Nasenlumentamponade, 11.00 Uhr Wundkontrolle Nase und Lippe, leichte Oberlippenschwellung rechts, Philtrumwunde absolut trocken, Kind extrem ängstlich

23.03.1980 gründliche Wundsäuberung mit H2O2 Jodierung, alles ziemlich verschmiert, aber o.B., Kind wird kooperativer

24.03.1980 gründliche Wundsäuberung mit H2O2 Jodierung, Wechsel der Nasen- lumentamponade, Status idem, Rötung

25.03.1980 gründliche Wundsäuberung mit H2O2 Jodierung, Nasenlumentamponade gewechselt, gute Position des vorderen Nasenlochwinkels, wieder alles verschmiert

26.03.1980 Wundsäuberung mit H2O2 Jodierung, 14 extraorale Fäden ex, Wechsel der Nasenlumentamponade, Nasenlochform wie gewünscht, Heilung pp.

27.03.1980 große Wundkontrolle Nase und Lippe rechts, 10 Fäden ex (24), neue Nasenlumentamponade rechts,, Nasenlochform beeinträchtigt, intranasale Faltenkerbe an Nasenschwelle durch Fadeninfektion

28.03.1980 große Wundkontrolle Nase und Lippe, 12 Restfäden ex (36), Nasen- lumentamponade ex, Infektion Nasenboden mit Dehiszenz und Elevation des Nasenflügelansatzes

29.03.1980 große Wundkontrolle Nase und Lippe rechts, Börkchen entfernt und Jodierung, Besserung, Nasenspitzenposition und vorderer Nasenlochwinkel sehr gut, Infektion klingt ab, Entlassung aus stationärer Behandlung.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Schreiben des Vorstandes der MKG-Chirurgie an den Vorstand der Kinderheilkunde am Aachener Klinikum 16.04.1980

Hochverehrter Herr Professor xxx,

wir berichten Ihnen erneut über das oben genannte Kind, das von 20.03. bis zum 29.03.1980 in unserer stationären Behandlung stand.

Diagnose: sogenannte Spaltnase mit erheblicher Deformation rechts. Breite korrekturbedürftige Narben im Bereich des rechtes Lippenrotes mit Verkürzung. Zustand nach Lippen-Kiefer-Spaltplastik alio loco.

Therapie: Totale Reoperation Lippe-Nase rechts mit Eröffnung des vorderen Nasenlochwinkels nach Straith. Rekonstruktion der Nasenspitze durch doppelte Nasenflügelknorpeltransplantation. Kürzung des rechten Nasenflügels, Adaption des fehlpositionierten Nasenflügelansatzes, Narbenexzision der rechten Oberlippe und Lippenplastik nach Randall.

Nach stationärer Aufnahme und Durchführung der üblichen präoperativen Untersuchungen am 20.03. auf Station IV Ihrer KLinik wurde am 21.03. der oben angeführte Eingriff vorgenommen. Einzelheiten entnehmen Sie bitte der beigefügten Kopie des Operationsberichtes.

Bei insgesamt komplikationslosem postoperativem Verlauf konnten am 28.03.1980 (7. postoperativer Tag) die Restfäden entfernt werden. Am 29.03. wurde das Kind aus unserer stationären Behandlung entlassen.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~